Aug 01 2011

Tag 10

Lang, lang ist`s her, als ich zum letzten Mal hier schrieb.
Man sieht also, wie viel ich sonst noch zutun habe ;-)
Spaß – mir fehlte einfach die Muse zu schreiben und der Platz am Computer war auch selten frei für mich.
Da bin ich schon beim Thema!!! Computer – mein lieber Freund.
Vor Jahren besuchte ich einen Computerkurs. Frau will ja auch mitreden können. Von all den technischen Details konnte ich mir nichts merken, weil mein Interesse dafür nicht ausreicht, beziehungsweise wie mein Mann sagen würde, mein Intellekt!
Ich lernte trotzdem etwas über meinen Freund den Computer. Ich kann im google surfen, kann e-mails verschicken, Texte schreiben und drucken.
Denn diese Dinge brauche ich oft.
Will ich jetzt eine CD brennen, ein Foto einscennen so bedarf es der Hilfe meines Mannes, mit wenig freundlichen Kommentaren. Vielleicht bin ich auch der einzige Computertrottel im Universum, aber wenn ich dann nicht wöchentlich diese Arbeiten verrichte, so ist das Wissen weg. Mein Mann sagt immer, es ist nichts leichter als einen Computer zu betätigen, denn der sagt einem sowieso, was man tun muss!! – Ja vielleicht, nur mir halt nicht,
Das ähnliche Dilemma dann am Arbeitsplatz. Als Lehrerin benötige ich den Computer wahrlich nicht zum Überleben. Es wird einem aber von sämtlichen Vorgesetzten vermittelt, dass alles nur noch per Computer gemacht werden muss. Dafür gibt es Vordrucke im Netz, die frau einmal finden muss, dann den richtigen ausfüllen muss, zur Vorlage und Ablage drucken, muss um ihn dann per Dienstpost über die oder den direkten Vorgesetzten loszuwerden.
Wo die Zeitersparnis bleibt ist mir ein Rätsel, denn der frühere Weg ging einfacher, nervensparender und kommunikativer. Und über diese komplizierten Wege darf keiner jammern oder zugeben, dass er dabei Probleme hat, obwohl 7 von 10 Befragten der gleichen Ansicht sind. Sofort hört man von irgendwelchen Jungspunden dämliche Kommentare, die jeder Art von respektvollen Verhalten strotzen. “Nix leichter als des!” “Na geh, aber du solltest in die Richtung Fortbildungen machen!” “Hier liegt die Zukunft, man muss auch bereit sein Veränderungen zuzulassen!” …
Nun frage ich mich, – die lieber telefoniert um zumindest die Stimme ihres Gegenübers zu hören, – als im facebook zu posten, ob dies wirklich die Zukunft ist. Gehöre ich zum alten Eisen. Bin ich nun eine von denen, die ich nie werden wollte, als ich jung war. Eine altmodische Person? Ich? Da verstehe ich die Welt nicht mehr und weiß nicht warum…. so long …bis bald

Post to Twitter Tweet This Post

Nov 27 2010

Tag 9

Melde mich nach über einem Jahr zurück in der Kommunikationswelt des Blogs  ;-)

Eine lange Zeit. Hatte viel zu tun, wurde ein Jahr älter, zähle aber immer noch zu 40+. Mal schauen, ob ich noch immer schreiben kann und ein paar Mitbürger(innen) aus der großen, weiten Welt ansprechen kann.

Im letzen Jahr hat ich vieles getan.

Ich habe mich als “alternde” Frau in vielerlei Printmedien wiedererkannt. Sei es, dass ein R. Lugner oder ein U.Jürgens via Zeitungen verlautbaren, dass sie Frauen über 40 wenig, bis gar nicht mehr sexuell anziehend  oder gar attraktiv finden.

Kostet mich einen lauten Lacher, denn in meinem Alter nimmt Frau sich eh keinen Mann mehr, der älter ist als sie selber. Schließlich will Frau auch etwas im Bett geboten bekommen, ohne abwarten zu müssen bis Viagra endlich wirkt. Kleiner Seitenhieb muss erlaubt sein ;-) .

Wer von uns alten Endvierzigern freut sich auf Weihnachten??? Wohl wenige. Ich für meine Person kann nur folgendes von mir geben.

Mein großer 24 jähriger Sohn freut sich sehr auf das Christkind, denn er wird mitsamt seiner Freundin kulinarisch vom Feinsten verwöhnt.

“Gibt es eh wieder die Riesengarnelen? Als Vorspeise wär des Beef Tartare nicht schlecht, denn das war im Vorjahr sooo gut, na a bissl an geräucherter Lachs tät ma a gern essen. .. bla bla bla”   Mama macht es eh gerne. Steht am 24.12. rechtzeitig auf, um sich in die Einkaufsmaschinerie zu begeben. Um 8 Uhr findet frau schon keinen Parkplatz, dann der Kampf um den Einkaufswagen und der totale Endzeitfrust an der Kasse. Gerade ich habe immer das sagenhafte Glück, dass an “meiner” Kassa immer etwas Unvorhergesehenes passiert.  Sei es, dass jemand vergessen hat sein Obst abzuwiegen oder der Bankomat nicht funktioniert oder jemand ungenügend Geld mithat und so die flotte Abwicklung aufhält. Einige meiner Altersgenossinnen beginnen den Tag mit Sekt oder Schnaps, um ihn besser ertragen zu können. Das habe ich einmal versucht. Unfreiwillig! Beim Kauf des Christbaumes, im Jahr 2008. Mein Mann und ich, ja ich war dabei, weil mein Mann sich außerstande fühlet einen Baum – eh egal welchen – alleine zu erstehen. Also war ich dabei. Unterbrach meine Kocherei. Wir fanden einen netten Baum, bei einem Baumverkäufer auf dem Land in unserer Umgebung. Sehr nett und preisgünstig. Pro 10cm kostete der Baum € 1,–. Toll!!!  Nach getanenem Geschäftsabschluss lud der Baumhändler uns – ja eigentlich meinen Mann auf ein Stamperl selbstgebrannten Zwetschkenschnaps ein. Super! Er trank nur nicht ohne mich -was bedeutete, dass auch ich ein Stamperl trinken musste. Hurra!  Ich trinke gerne Sekt oder Wein. Niemals aber Hochprozentiges. Das Ergebnis kann sich jeder vorstellen. Ich benebelt. Der Christbaum schräg im Ständer. Geschenke schlampig eingepackt. Essen lieblos dargeboten,…. Klaro einmal auf den Geschmack gekommen nahm das Unglück seinen weiteren Lauf  und ich tätigte alles in Schnapslaune. Mir ging es gut dabei. Bis zur Bescherung. Da war meine Mutter mit von der Partie. Und die wollte Weihnachten althergebracht. Das schnelle Ende er Geschichte, sie war auf mich beleidigt. Keine liebevollen Weihnachtslieder, kein Evangelium, kein Essen vor der Bescherung. Nix!

Mein Mann, mein kleiner 6jähriger Sohn, mein 22jähriger Sohn und dessen Freundin sowie mein Mann hatten noch nie sooo lustige Weihnachten.  Einzig meine Mutter blieb demoralisiert zurück. Also Leute da draußen – das soll bedeuten, die Moral aus der Geschichte: Man kann es niemals jedem Recht machen, schon gar nicht zu Weihnachten. ;-) so long

Post to Twitter Tweet This Post

Mai 31 2009

Tag 8 :-/

Wochenende. Hurra alle freuen sich darauf, nur ich bin mal wieder im Frust hängengeblieben. Für Kinder, Mann und Haustiere ist Wochenende immer super, aber für mich beginnt nun die Hausfrauenarbeit, die die ganze Woche über hängengeblieben ist. Es sind so Kleinigkeiten, wie Katzenklo putzen, Waschmaschine ausräumen, Wäsche aufhängen, Waschmaschine befüllen, getrocknete Wäsche abnehmen, zusammenlegen und einsortieren. Aufpassen beim zusammenstecken der Socken. Selbst diese niedere Tätigkeit fordert Genauigkeit beim Schauen. Denn – verwechsele nur ja nicht die diversen Grautöne der Socken. Entweder hörst du ein “Bist du Farbenblind?” des Ehemannes oder “Mama, die sind ja viel zu groß, die gehören nicht mir!” Gut, daher ist größte Konzentration beim Socken zusammenstecken gefordert.  Weiter geht es dann mit dem Badezimmer. Hier ein liegengebliebenes Handtuch, dort ein Stück Unterwäsche, welches den Weg nicht von alleine in den Keller zur Waschmaschine gefunden hat. Nächste Station Küche. Die Überreste der vergangenen Woche aus dem Kühlschrank räumen, sortieren, überlegen was ich wohl heute kochen werden, ein wenig Saubermachen in der Küche, im Bad, im Wohnzimmer, die Betten aufschütteln, im Kinderzimmer die Legosteine vom Playmobil trennen, ….

Natürlich gibt es pünktlich das Essen, und Mama räumt danach wieder alles weg. Frust kommt wieder hoch. Ich sollte etwas für mich tun. Laufen gehen! Die Idee ist gut, der Geist ist willig aber der Körper ruft nach Ruhe. Also beschließe ich, mir ein kleines Lesepäuschen vor dem Fernseher zu gönnen. Keine fünf Minuten später läutet das Telefon oder ein mein Mann sucht etwas, was er nicht findet und meint, ich hätte es verräumt,… Nicht mal die kleine Pause ist mir gegönnt! Noch mehr Frust steigt hoch. Aufgestanden, nichts ist es mit der Ruhe! Nun da es mit der Ruhe nichts wird, wird eben der innere Schweinehund besiegt.  Ich beschließe zum zehntausendsten Mal heute ändert sich alles. Ich ziehe mein Laufgewand an und verlasse das Haus. Ich muss ja nicht nur laufen, ich kann ja auch dazwischen Gehpausen einlegen. Also ziehe ich los, um meine Gedanken zu sammeln und Vorsätze zu überlegen und meine Ängste zu bezwingen und….

Post to Twitter Tweet This Post

Mai 29 2009

Tag 7 ;-)(

Also beschloß ich zum Frisör zu gehen!!!!

Dies tat ich auch. Wahrscheinlich war meine Erwartungshaltung zu hoch. Oder der Anspruch an die Frisörin, die meiner Meinung nach sehr jung, hübsch, dynamisch und gesprächsbereit war.Ich überließ es ihr also, das Beste aus mir zu machen…..

Voll Begeisterung begab ich mich in ihre schneidene Hände. Dachte, eine neue Frisur ist gleichzeitig auch ein neues Gesicht. Fräulein Friseurin schnitt und schnitt und schnitt,… Ich genoß die Haarmassage und den Schnitt und das Fönen. Am Ende hatte ich eine tolle New Age Frisur. Alles Haar hing mir ins Gesicht, sodass ich mich selber nicht mehr erkannte.

Natürlich war ich höflich, bedankte mich sehr für die Frisur, denn genauso hatte ich sie mir vorgestellt und gab fürstlich Trinkgeld. Frau will sich ja nichts nachsagen lassen. Ich floh aus dem Laden und setzte schon bei der Flucht meine Sonnenbrille auf, vor Angst irgend jemand hätte mich erkennen können. Endlich war ich im Auto und sofort begann ich mit der Schadensbegrenzung, indem ich mein Haar durcheinander wedelte und zauste und die Sonnenbrille wie einen Haarreifen benutzte.

Kaum zu Hause angekommen, erduldete ich den doofen Blick meines Mannes, in dem ich ihm Vorwarf, er hätte keine Ahnung von guter Frisurenmode. Ich verkroch mich für die nächste halbe Stunde im Badezimmer. Das Spiegelbild zeigt mir halt eine Person, die schon ins Alter gekommen war.  Mag sein, dass ich besonders Selbstkritisch bin, aber im Spiegel blickte mir nicht die Jugendliche entgegen, für die ich mich eigentlich halte, sondern eine irgendwie fremde Person. Und ehe ich es mir eingestehen konnte, befand ich mich bereits wieder in der Kirse.  Meiner Krise!!! Oder teilt irgendjemand da draußen meine Ängste?? Die Angst vor dem Alter, dem alt werden, den Falten, der faltigen Haut am Hals, die nette Orangenhaut an den hinteren Oberschenkeln, die faltigen Hände, den , auch wenn nicht zu üppig ausgefallenem aber doch schlapp gewordenem Busen, …. Täglich fallen mir Veränderungen an der Haut oder am Körper auf. Doch befrage ich meine Mutter, weil ich denke, sie versteht mich so erhalte ich jedesmal die gleiche – für mich dämliche Antwort. “Ich mag keinen Tag jünger sein als ich bin! Keine Wechselbeschwerden mehr, keine Berufsprobleme, weil ja bereits in Pension, keine Angst mehr haben müssen, schwanger zu werden.”

Und am Ende ihres Monologes bin ich noch frustrierter. Rede auch ich in 20 Jahren so. Oder rede ich mir dann auch mein Alter schön? Leide ich bis dahin an einer Basisform der Alzheimer, um so zu reden? Bin ich lediglich frustriert und  unzufrieden? Sollte ich mit 45 nochmals !?!?! -wann  war der letzte Versuch??? – durchstarten??

Weder bin ich Demi Moore  noch Madonna.Bei mir scheitert doch jeder Versuch der ärztlichen Verschönerung schon am Gedanken, weil ich trotz meiner 45 panische Angst vor Nadeln habe.  Aber darüber erzähle ich beim nächsten Mal weiter. So long …

Post to Twitter Tweet This Post

Mai 24 2009

Tag 6 :-)

Nach 4 Monaten der Absenz und sehr lieben Beiträgen, die ich erst heute gelesen habe meldet sich die fromme Berta zurück an die “Front”.

Ich habe deshalt nicht mehr geschrieben, weil ich dachte, die Welt da draußen benötigt meine Berichte überhaupt nicht, weil keinerlei Reaktionen kamen.

Nun bin ich aber gestärkt für neue Berichte des “gefrusteten Lebens im Familiengefängnis”.

Wie die Zeit vergeht!!! Am Freitag war ich mit meinen Lieben in einem großen Einkaufzentrum in der großen Stadt. Diese habe ich schon vor Jahren verlassen, weil es mich aus Land zog. Gesunde Luft, Kachelofenatmosphäre im Winter, ein wenig Selbstversorger, … nun ja wie frau halt in der Mitte des Lebens denkt, nochmals alles anders angehen zu müssen. Nach den Sturm und Drang Jahren, der Schicki Micki Phase und der Ernsthaftigkeit des beruflichen Standbeines kam also die alternative Phase. Nie wieder Stöckelschuhe, nur mehr wenig Schminke,…. und neuer Mann, kleiner Nachzügler und das Leben auf dem Land. Hurra! Also nach Jahren besuchte ich die große alte  Heimatstadt. Ein Schock nach dem anderem folgt an diesem Tag.

Schock Nummer Eins: Ich sah ein Pärchen, welches ich vom Sehen von früheren Zeiten kannte. Und ich staunte nicht schlecht. Der tolle fesche Hecht war ergraut, dicklich, in Gesundheitsschlapfen latschend, sein Herrenhandtäschchen haltend und trottete neben ihr, einer einstigen sehr hübschen Frau daher. Sie im Retrolook mit Walle-Walle-Rock, ungeschmink, ebenfalls in flachen Zehenpatscherl schlurfend und für meine Begriffe sehr “unhappy”. Durch mein Gehirn strömten Gedanken, wie “Wie schaut denn die aus?” “Was wurde aus dem einst so verliebten Pärchens?”

Schock  Nummer Zwei: An diesem Abend ging ich mit einigen Freundinnen, seit Jahren zum ersten Mal abends weg. In die abendliche Szene, die mir doch bestens bekannt schien – wären nicht zumindest 10 Jahre zwischen meinem letzten Ausgang und diesem. So standen wir “Dämchen” also und hatten schon beim Bestllen der Getränke die ersten Probleme. Ein gutes Achterl Wein oder ein Glas trockenen Sekt wurde vom hippen Kellner mit greller oranger Krawatte nicht verstanden. Wir verstanden allerdings seinen Kommentar, als er meinte wir wären beim Heurigen besser aufgehoben. Wir tranken dann coole, süße Alkopops aus der Flasche. Frau will sich ja anpassen und nicht ungut auffallen. Schließlich durfte ich ja seit Jahren wieder einmal in dieses Szenario eintauchen.

Schock Nummer Drei: Dieser ist Artverwandt mit Schock Nummer Eins. Da es ein warmer Maiabend war, dürften auch andere alternde Stadtbewohner meines Jahrganges Ausgang gehabt haben. Denn als wir so standen und cool an den Alkopops zuzelten ging ein ehemlas junger Mann an mir vorüber, der mich einst verehrte. Der erste und einzige Mann, der mir je bei einem Straßenverkäufer alle 50 tiefroten, langstiligen Rosen kaufte ;-) Abgesehen, dass er  mich nicht bewusst wahr nahm oder wahr nehmen wollte, blieb mir der süße Schluck in der Kehle picken. Auch er hatte sich mächtig verändert. Sein Haar war schütter geworden, das Hemd spannte und so typisch für dick gewordene Männer, der Gürtel hing unter dem Bauch und er trug ein Stoffsackerl in der Hand.

Wo ist nun der Schock, werdet ihr euch fragen?

Nun als ich nach Hause kam, kam die Ernüchterung als ich vor dem Spiegel stand, um mich für die Nacht mit Feuchtigkeitsspendender Creme einzucremen. Ich sah in das Gesicht meiner Mutter. Ich sehe in ein Spiegelbild, welches ich nie und nimmer erblicken wollte. Werde ich mit zunehmendem Alter meiner Mutter optisch immer ähnlicher???  Auch an mir sind die äußeren Anzeichen des Älter werdens nicht vorübergegangen. Auch meine Kleidung ist der Kleidung von Schock Nummer Eins ähnlich. Ab morgen werde ich einiges ändern müssen. Ich werde zum Frisör gehen und mir eine Typberatung gönnen….

Post to Twitter Tweet This Post

Jan 17 2009

Tag 5 :-)

Der Tag an dem das Wochenende beginnt ist selten ein schlechter Tag.

Gestern war ich bei einem Geburtstag eingeladen. Da ich seit einigen Jahren am Land wohne, bemüht man sich um Integration. Man bleibt halt immer die “Zuagraste”, auch wenn dies nett gemeint ist. Man kannte ja nicht die mit der Muttermilch mitgegebenen Dorfgeschichterln. Ab und zu habe ich das Gefühl, dass ich irgend einen Zusammenhang verstehe, aber dann wieder verstehe ich nur Bahnhof. Warum der mit dem übers Kreuz ist, und warum die eine “weiße” Leber hat. Wüssten die Einheimischen meine Lebensgeschichte, dann wäre ich auch im Ortstratsch die mit der “weißen” Leber. Dies heißt nämlich, dass Frau mehrere Männer hatte. Nicht gleichzeitig ;-) – aber es bedeutet, frau war lebenslustig und hatte einige Beziehungen. Und wenn dann aus so einer Beziehung ein Kind herauskommt, der Mann und die Frau aber nicht heiraten, dann … liegt es daran, dass die Frau schlecht ist. Also ich , die zwei Kinder von zwei Vätern habe, wäre als einheimsche sowieso zum Auswandern verdammt. Da ich aber zugereist bin,  zum Glück denn Vater meines zweiten Kindes nach einige Jahren geheiratet habe, zudem als Lehrerin einen guten sozialen Statur besitze, begenen mir die Ortsgewohnen wollwollend und  freundlich.

Zurück also zum Geburtstagsfest. Ein zünftiges Ende eines Festes bedeutet hier natürlich, dass zumindest die anwesenden Männer einen  guten Rausch haben. Die Damen dürfen ein Damenspitzerl haben.

Belustigend für mich hier am Land ist die Dominanz der Männer – der Mann ist das Familienoberhaupt und hat das Sagen.  Ehefrauen werden nach vielen Jahren der Ehe nur noch mit “Mama” angesprochen. Das hört sich dann, beim Geburtstagsfest nach einigen Bierchens wie folgt an. “Mama, hoi no zwa Bier aufa, (aus dem Keller – und dann der Zusatz) aber rasch!” Und Mama läuft ohne ein Gegenwort sofort los. Mann schaut dann mit dem Patriarchenblick durch die Runde. Erwiedert dann noch ein anderer Mann “Nau dei Oide spurt aba!”, dann kommt dies der höchsten Ehrerbietung gleich, die an so einem Tag ein Mann dem anderen sagen kann.

Umgekehrt gesehen, wird mein allerliebster Ehegatte, ja gerne belächelt, wenn wir Gäste aus dem Ort haben, und mein Mann es genießt, als sogenannter “Waschlappen” bei der ortsansäßigen Männerwelt zu gelten, wenn er den Satz von sich gibt “Schatzi, was soll ich noch bringen? Ist noch genug Sekt da? …” ;-)

Post to Twitter Tweet This Post

Jan 15 2009

Tag 4 :-((

Der heutige Tag geht unter in der Rubrik, Tage, die man besser vergisst.

Stress in der Früh, Schnee, Kälte, keine Handschuhe gefunden,….. Es gibt Schultage, da rennt alles rund und im Lot, und kleinern Ärgernissen begegne ich mit Humor. Dann, und so ein Tag war heute, da schleppt sich alles dahin. Und es passiert auch ein Unglück nach dem anderen. Milch fällt hinunter, Getränkeflasche rinnt in der Schultsche aus, einer Übergibt sich in der Klasse, die Stunde hat sich anders entwickelt als ich es mir vorgestellt habe, der Humor bleibt aus, ….  und endlich ist dieser Schultag um.

Ich hoffte auf einen ruhigen Ausklang. Leider weit gefehlt. Kaum bei Mutter angekommen, um den kleinen Sohn zu holen, da erfahre ich, er hatte noch keine Lust die Hausübungen zu machen und die beiden Essensangebote schlug er auch aus. Dies bedeutet Hausaufgabenschlacht und Toast machen, da die Toastphase noch nich tabgeklungen ist. Im Supermarkt zickte er herum, grantelte mich an, weil ich kein Salzgebäck, keine Süßigkeiten und keinen anderen Firlefanz kaufen wollte. Ich meckerte ihn an wie ein altes Schaf. Böse Blicke anderer, wahrscheinlich am heutigen Tag weniger frustrierte Erdenbewohner, deren Gedanken ich lesen konnte, waren die Folge. Hektisch schob ich meinen leidenden Sohn durch die Gänge. An der Kasse erwische ich natürlich jene, an der gerade eine Reklamation war und irgend ein Schlüssel zum Stornieren geholt werden musste …… Nach dem Bezahlen bemerke ich, dass mir die Milch nicht von alleine ins Einkaufswagerl gehüpft ist.  In meinen Gedanken gibt es nur noch Schimpfwörter der ganz besonders proletären Art, und ich beschließe morgen lieber meinen Kaffee schwarz zu trinken, oder ganz auf ihn zu verzichten als nochmals mit meinem nörgelnden, meckernden Sohn durch den gesamten Supermarkt zu laufen. Auf der Fahrt nach Hause, fehlt mir jegliche Idee, was mein Göttergatte wohl heute zum Nachtmahl bekommen soll. Mir schießt ein, dass ich Hemden bügeln muss, sonst läuft der Göttliche morgen mit entblößten Oberkörper zur Arbeit. Heute habe ich keine Tolleranzgrenze mehr und der Humor fehlt mir gänzlich. Aber kaum bei der Tür hineingekrochen, folgte schon die mir schlechtes Gewissen enflössende Stimme meines Mannes: “Du hast die Kamintüre nicht zugemacht, also wunder dich nicht, wenn dir wieder zu kalt ist !?!?!” Ja, genau das brauchte ich, mit einem Gedankenschlag schoß mir ein, dass ich in der Schule die Kerze brennen ließ. Leide ich doch schon an der Alzheimer oder der Altersdemenz? Oder bilde ich mir doch nur alles ein?

Mit letzter Kraft schreibe ich diese Zeile und hoffe, dass mich des Nächtens irgend ein liebreizender Traum beehrt….

Post to Twitter Tweet This Post

Jan 14 2009

Tag 3 :-(

Der gestrige Tag endete nicht nach meinen Vorstellungen.

Der heutige blieb dem gestrigen Ende nichts schuldig. Schneefall,  ….. schlechte Laune meinerseits schon beim Aufstehen, als ich dann auch noch hörte, dass heute Blitzeisgefahr wäre, wünschte ich mich wieder ins Land der Träume zurück. Was wäre wenn,….. denkt sich nicht jeder dies dann und wann? Oft, öfter oder sehr oft??? Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich bei meinem ersten, zweien, dritten ,… oder Freund geblieben wäre. Wenn ich die Vernunft über meine Schmetterlinge im Bauch gewinnen hätte lassen! Wenn ich einen reichen, scharmanten, netten, …. Märchenprinzen aus irgend einem R. Pilcher Roman begegnet wäre…Ich rette mich dann meist heraus, indem ich mir denke, er hätte dann Schweißfüße, Mundgeruch oder einen fetten Bierbauch. Also zurück an meinen Tagesbeginn.

Der heutige Tag braucht mir nicht in Erinnerung bleiben. Außer, dass ich meinen inneren Schweinehund wieder gesiegte und ins Fitnessstudio ging. Ich schaffte 30 Minuten auf dem Laufband und einige Übungen für meinen Rücken. Voller stolz ging ich anschließend einkaufen. Dies war weniger gut, denn so war ich bezwungen mich für meine heutige Schinderei im Fitnessstudio zu belohnen. Und weil eine Belohnung zuwenig ist wurde daraus eine Putenschnitzelsemmel, weil ich keine Schweinderl essen mag. Nicht aus Glaubensgründen, aber doch aus Gründen der ungesunden Mästung dieser Tiere. Und weil mir doch heute meine sentimentale Ader einen weiteren Strich durch die Rechnung machte, gönnte ich mir einen “Bobby”. Leute meiner Generation kennen diese süße Versuchung aus Knuperreis und Caramelcreme. Schmatz!

Ich genoß meinen Bobby, den ich gleich im Dreierpackerl kaufte. Aber nur einen gönnte ich mir, denn ich bin ein Teiler. Ursprung meines Teilungswillen ist aber sicher die Tatsache, dass auch geteilte Kalorien nicht nur an meinem Bauch haften bleiben.

Wenn ich nun an mein gestriges Ende denke, so überkommt mich wieder die Abenddepression, denn wenn es zuwenig Sex gibt, dann tröstet Frau sich halt mit Zuckerrationenim ungesunden Übermaß!

“So long”, Genossen und Genossinnen würde nun der legendäre Tschi-Tschei-Wischer sagen, habt einen genehmen Tagesausklang, bis morgen.

Post to Twitter Tweet This Post

Jan 13 2009

Tag2 ;-)

Mein heutiger Tag war schon mal nicht schlecht. Abgesehen davon, dass ich meinen Eintrag nun zum 2. Mal schreiben muss, weil ich bei dem Trottel-Computer etwas falsch gemacht habe, und ich meinen ersten Eintrag im Nirvana desselbigen nicht mehr finde.

Also-wäre ich nun Schauspieler, dann hieße es Klappe, die Zweite.

Mit stolz verfasse ich nun schon den dritten Eintrag, und daraus wird für mich ein kleines Ritual.

Ich begebe mich abends zum Computer, der doch noch mein Feind ist, klicke mich ein und ordne meine Gedanken zum Tag. Und um dies auch zu einem Ritual werden zu lassen, bediene ich mich, wie schon auch gestern eines kühlen Gläschens Sekt. Prost!

Mein Tag begann heute nahezu stressfrei. Dies lag daran, dass mein Mann nicht vor- sondern nach mir das Haus verlies, und kleine Sonnenschein mit mir ebenfalls gut gelaunt außer Haus ging. Da ja eines ins andere übergeht, war auch mein Schulalltag äußerst entspannt und humorvoll. DANKE meine lieben Hasen!!

Mein weiterer Tagesablauf gab vor an einem Begräbnis Anteil zu nehmen. Doch entgegen meiner Befürchtungen gestaltete sich dieses als äußerst meditiv. Der alte Konfuzius bescherte mir nachdenkliche Minuten, als in der Grabesrede davon die Rede war, sich daran zu erfreuen, dass man mit einem Menschen Zeit verbringen durfte, als sich dadurch zu vergrämen, die entgangene Zeit zu vermissen.

Entspannt kam ich zu Hause an, und verwöhnte meinen Mann mit Fleisch und Gemüse. Und es schmeckte. Ebenso war mein kleiner Sohn mir wohlgesonnen, da ich seine Schinken-Käse-Toast Phase nicht unterbrochen habe. Selbstverständlich servierte ich einen Klatschwendetoast in der urururalten Kelomatklatsche, die man auf den heißen Herd legt. Diesen Toast liebt schon mein großer Sohn, der sich zwecks Auswärtsstudium aus der bemutternden Enge entzogen hat.

Da mein Tag heute also so entspannt, freudig und angenehm verlaufen ist, hoffe ich auch auf eine angenehme Nacht. Es könnte ja durchaus sein, dass sich meine gute Laune auch des Nächtens auf meinen Partner überträgt…..

Post to Twitter Tweet This Post

Jan 12 2009

Tag 1 :-l

Montag und schon hat der allwöchentliche Trott mich wieder!

6 Uhr aufstehen – Kind wecken, welches nicht aufstehen will. Es nörgelt, meckert. Um schneller aus dem Haus zu kommen macht Mutter wieder alles. Pyjama ausziehen, Gewand anziehen, Zähne putzen …. und zu guter letzt, damit es beim Autofahren nicht auch noch meckert nehmen wir noch den game boy mit.

Wie super unpädagogisch mag manch einer nun wieder denken – klar. Ich sollte es wissen, wo ich doch genau dieser Berufsspezies angehöre.

Doch man mag es kaum glauben, bei anderen wirken meine pädagogischen Kenntnisse. Nur halt nicht bei den eigenen Kindern.

Nachmittags geht es weiter wie es am Morgen geendet hat. Mit Überredungskünsten, doch die Hausübung nett zu schreiben, lesen zu üben, …..

Kommt dann auch noch der Ehemann nach Hause, kriegt der gleich meinen Unmut zu hören. Eigenartigerweise höre ich mich selber reden und denke gleichzeitig, dass ich das gar nicht bin.

Aus mir ist ein nörgelndes Weib geworden. Der zufällige Blick in den Spiegel bestätigt mir meinen Zustand. Und – schon ist meine heutige Tagesdepression da. Wenn ich mich nun nicht gleich auf andere Gedanken bringe, dann …. Also versuche ich es mit Humor. Verziehe mein Gesicht vor dem Spiegel, überdenke schnell, ob ich meiner Mutter oder meiner Großmutter mütterlicherseits ähnlich schaue.

Gut, dass Familie hungrig ist. Was koche ich heute? Mann wünscht etwas Gesundes, Gemüsiges ohne Fett und Fleisch. Kind wünscht, da wir uns zur Zeit in der Schinken-Käse-Toast Phase befinden,Toast. Und ich -stopfe so nebenbei ein gesundes Pumpernickelbrot mit viel ungesunder Butter in mich hinein.

Alles abgefüttert. Ich setze mich durch, nehme mir ein Gläschen Sekt und beschließe meinem Alltagstrott zu entfliehen…. und wandere zum Computer um meinen heutigen Eintrag zu verfassen.

Post to Twitter Tweet This Post